Wie sieht Europa in zwölf Jahren aus?
Chance 2020 geht weiter.
Benedikt und Kevin aus Schleiden in der Eifel stellen sich ein Netzwerk vor, das Jugendliche und Politiker verbindet, damit beide Seiten ständig ihre Ideen und Vorstellungen zu Europa austauschen können. Schüler aus Neapel zeigen einen fiktiven Film über Jugendliche, die sich gegen die atomare Verseuchung der Region Kampanien beim Europäischen Parlament stark machen. Jugendliche aus Montana, Bulgarien, präsentieren Vorschläge, wie Fort- und Weiterbildung in ihrem gesellschaftlichen Alltag organisiert werden könnte.
Dies sind nur drei von 19 Gruppen aus sieben Ländern. Sie gehören zu den 100 Jugendlichen, die sich vom 16. bis 20. Februar 2009 zum 6. Zukunftskongress in Berlin getroffen haben. Das Projekt „CHANCE EUROPA 2020 – Jugend und Politik im Dialog“ will Jugendlichen aus ganz Europa die Möglichkeit geben, ihre Ideen und Vorstellungen zur Zukunft Europas zu formulieren. Das Projekt richtet sich in erster Linie an nicht-organisierte Jugendliche, die sich eher punktuell oder projektbezogen engagieren wollen.
Alle Teilnehmer haben im Vorfeld an einer Online-Kreativwerkstatt des FEZ-Berlin und des Instituts für prospektive Analyse e.V. teilgenommen und sich für den Kongress qualifiziert. Im FEZ, einem Berliner Kinder-, Jugend- und Familienzentrum, wurden die Teilnehmer neu gemischt. Die jungen Leute aus den verschiedenen Teilen Europas sollten sich besser kennen lernen und Sprachbarrieren überwinden. Am Ende der Woche stehen Zukunftsszenarien als Musikbeiträge, Videos oder Radio-Feature. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Der Zeithorizont für die Überlegungen sind die nächsten zwölf Jahre.
Aber die Arbeit dieser Woche soll sich fortsetzen: Dafür sorgen so genannte Projektpaten, die sich die Jugendlichen ausgesucht haben. Das sind europapolitische Akteure wie Michael Cramer, Mitglied des Europäischen Parlaments, Sonja Eichmann, Europabeauftragte des Bezirks Treptow/Köpenick oder Marie-Luise Löper, Leiterin der Abteilung für Bundes- und Europaangelegenheiten des Berliner Senats. Sie stehen den Jugendlichen als Interview- und Diskussionspartner zur Verfügung. Die politischen Entscheidungsträger sollen dabei die Ergebnisse des Zukunftskongresses in ihren Arbeitskontext einbringen und die Ideen der Teilnehmer umsetzen. Ziel ist es, auch über den Zukunftskongress hinaus in Kontakt zu bleiben.
Vor zwei Jahren haben die EU-Kommission und die EU-Jugendminister den „Strukturierten Dialog“ ins Leben gerufen, der Jugendliche kontinuierlich an der Gestaltung von europäischer Politik und Gesellschaft beteiligen soll. Das Projekt CHANCE EUROPA 2020 ist dabei ein Baustein. Schirmherr des Projektes ist EU-Kommissar Ján Figel’, zuständig für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend. Er meint dazu: „Wir wollen nicht nur Politik für Jugendliche machen, sondern mit Jugendlichen, die frische Ideen und neue Perspektiven einbringen.“
Zuerst erschienen in den EU-Nachrichten der Europäischen Kommission, 19.02.2009






