Bei Anruf Job!

Sie sind zwischen 16 und 24 Jahre alt, nennen sich die "dynamischen Jobagenten" und tun alles, um jungen Menschen das Leben mit passenden Mini-Jobs ein bisschen komfortabler zu gestalten. Jetzt will sich die zuletzt von "JUGEND für Europa" geförderte Berliner Jugendinitiative "Jobber de Luxe" in ein weiteres Abenteuer stürzen. Noch in diesem Sommer sollen neue motivierte Jugendliche für die Arbeitsvermittlung geschult werden.

Es begann alles im Sommer 2003, in einem Container der Streetworker-Organisation Gangway am Berliner Alexanderplatz. Damals suchten arbeitslose Jugendliche und Sozialarbeiter nach gemeinsamen Ideen, um dem tristen Leben auf der Straße ein Ende zu bereiten. Die Idee einer Jobvermittlung von Jugendlichen für Jugendliche wurde geboren. Unterstützt von lokalen Initiativen wie der Jobbörse Prenzlauer Berg, der Jugendförderung Mitte oder dem Platzmanagement Alexanderplatz wurde das Vorhaben schließlich im November 2003 auf den Weg gebracht.

Mehr als zweieinhalb Jahre erhielten sich die "Jobber de Luxe“ als Jugendinitiative durch "JUGEND für Europa“ ihren finanziellen Spielraum. Die Gelder deckten vor allem die Bürokosten ab. Als die Förderung für das Vorzeigeprojekt auslief, wurde das Büro im Berlin Carré am Alexanderplatz vorübergehend geschlossen. Doch das Telefon im Hauptstadt-Bezirk Mitte klingelt weiter munter vor sich hin. Die "Jobber de Luxe“ waren den Berlinern ans Herz gewachsen. Vor allem ältere Stadtbewohner hatten sich über die Dienstleitungen der Jungagentur stets gefreut. Ob Fensterputzen, Computer-Installationen oder der Anschluss eines DVD-Players, die jugendlichen Arbeitsvermittler im Berliner Szene-Kiez mussten ihre Kunden selten lange warten lassen. Rund 400 junge Menschen hatten sich bislang den Jobbern registrieren lassen. Knapp 200 Arbeitsangebote wurden vermittelt. Der Lohn für eine Stunde lag je nach Service zwischen fünf und acht Euro. Der angenehme Nebeneffekt vor allem für Privatpersonen: Eine Vermittlungsgebühr fiel nicht an.

Neue Aufgaben für die Jobber

2006 begann für die Arbeitsvermittler in Berlin-Mitte eine neue Ära. Das Personalkarussell hatte sich inzwischen kräftig gedreht. Vom siebenköpfigen Jobrekrutierungs- und Beratungsteam war niemand mehr so richtig dabei. Initiatorinnen der ersten Stunde wie Daniela Henning versuchten es mittlerweile selbst mit einer Ausbildung. Auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen, lautete die Devise. Dass die Jobber trotzdem wieder für Schlagzeilen sorgen werden, daran hatte Astrid Kleber keinen Zweifel. Die Sozialpädagogin von Gangway stand den jungen Arbeitsvermittlern mit professionellem Rat zur Seite. Ein neues Team sollte aufgebaut werden mit einem neuen Aufgabenkreis. Denkbar sollten nun auch Mentorenprojekte sein, damit erfahrene Jugendliche andere Jugendliche gezielter unterstützen könnten“, so Kleber.

(Marco Heuer)

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