Fragen und Antworten zum neuen Programm

Wir erwarten Ende 2020 den ersten Programmleitfaden für das neue Programm Erasmus+. Sowie es uns möglich ist, wollen wir Ihnen aber bereits zuvor viele Fragen verlässlich beantworten.

Fragen zum Akkreditierungsverfahren

Wie können Träger im Jugendbereich ab 2021 an der Leitaktion 1 des EU-Programms Erasmus+ JUGEND IN AKTION teilnehmen?

Es gibt drei alternative Möglichkeiten, an Projekten der Leitaktion 1 teilzunehmen.

  1. Sie können Einzelanträge für jeden der möglichen Aktivitätstypen (Jugendbegegnungen, Fachkräftemobilität und Jugendpartizipationsprojekte) stellen. Der erste Programmleitfaden mit einer Beschreibung der Rahmenbedingungen, Fristen usw. wird voraussichtlich gegen Ende 2020 veröffentlicht. Dies empfiehlt sich vor allem für Träger, die noch keine oder nur wenig Erfahrungen im Programm gemacht haben oder die nur ab und an ein einzelnes Projekt durchführen. Akkreditierte Organisationen können hier keine Anträge stellen.
  2. Sie beantragen eine Akkreditierung für Ihre Organisation. Damit erwerben Sie einen vereinfachten Zugang zu Mitteln der Leitaktion 1 für die gesamte Programmlaufzeit von 2021 bis 2027. Voraussetzung ist, dass Sie eine langfristige Strategie zur Nutzung des Programms entwickeln, den Qualitätsansprüchen des Programms entsprechen sowie gut und möglichst breit in der Jugendarbeit verankert sind. Das Verfahren eignet sich vor allem für erfahrene Träger und Einrichtungen, die mehrere Projekte pro Jahr durchführen. 
  3. Sie beteiligen sich als Partner an Projekten, die von akkreditierten Organisationen oder Einzelantragstellern beantragt werden. Sie benötigen dafür selbst keine Akkreditierung und müssen keinen Antrag stellen, sich aber im Registrierungsportal für Organisationen anmelden, da der antragstellende Partner Ihre Registrierungsnummer für seinen Antrag benötigt.

Wer kann sich akkreditieren lassen?

Nur Organisationen dürfen einen Antrag stellen. Informelle Gruppen Jugendlicher sind im Akkreditierungsverfahren nicht zugelassen; ihnen steht im Jugendbereich weiterhin das Einzelantragsverfahren offen.

Vorerfahrungen aus den Vorläuferprogrammen sind keine Voraussetzung für eine Akkreditierung!

Gilt die Akkreditierung auch für andere Bereiche von Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps?

Leider nein. Die formalen Bildungsbereiche von Erasmus+ haben eine eigenes Akkreditierungsverfahren, dessen andere und teils deutlich weitergehende Anforderungen an die jeweiligen Besonderheiten von Schule, Berufsbildung, Hochschule und Erwachsenenbildung angepasst sind. Eine gegenseitige Anerkennung der Akkreditierungen ist deswegen nicht möglich.

Das Gleiche gilt für das Europäische Solidaritätskorps, das mit eigener Ausrichtung, eigenen Regeln und spezifischen Qualitätsanforderungen ebenfalls einen eigenen Charakter und ein eigenes Anerkennungssystem (Quality Label) aufweist.

Wer in verschiedenen Bereichen von Erasmus+ und / oder im Europäischen Solidaritätskorps unterwegs ist, muss also ggf. mehrfach ein Anerkennungsverfahren durchlaufen. In jedem Fall ist dieses Verfahren mit der anschließenden vereinfachten Beantragung von Mitteln aber eine deutliche Vereinfachung gegenüber der regelmäßigen Einreichung von Einzelanträgen.

Was macht den Antrag auf Akkreditierung aus?

Im Zentrum der Akkreditierung steht ein mehrjähriger strategischer Entwicklungsplan, in dem die Träger ihre Entwicklungsziele hinsichtlich der Ziele und Prioritäten des Erasmus+ Programms formulieren. Er umfasst folgende Teile:

  • Ihre Bedarfe und Ziele, die erwartete Wirkung sowie Ihr Beitrag zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie (externer Link), der Europäischen Jugendziele (PDF-Dokument, 710 kb) und der grundlegenden Prinzipien des Programms (Inklusion und Diversität, Nachhaltigkeit, aktive Teilnahme im Netzwerk der Erasmus+ Einrichtungen, digitale Elemente)
  • Ihre geplanten Aktivitäten (Angaben sind nicht verbindlich, sollten aber realistisch sein) und deren Zusammenhang mit Ihren regulären Aktivitäten im Jugendbereich
  • Angaben zum Management der Organisation, Ihrer Partnerschaften und Projekte
  • Angaben zum Umgang mit Teilnehmenden
  • eine Selbstverpflichtung zur Einhaltung der Erasmus Qualitätsstandards

Dieser Plan kann nach Ablauf einiger Jahre bei Bedarf aktualisiert werden.

Wie ist der Zeitplan für Akkreditierungen?

Ab sofort können Anträge auf Akkreditierungen im Jugendbereich laufend eingereicht werden, feste Fristen gibt es nicht. Der erste Aufruf ist zwar bis 31.12.2021 befristet, doch wird danach - voraussichtlich jährlich im Rahmen des Programmhand­buchs - ein neuer Aufruf ergehen, so dass weiterhin Anträge eingereicht werden können. Ein Wechsel aus dem Einzelantragsverfahren in das Akkreditierungsverfahren wird also jederzeit möglich sein.

Voraussichtlich im Frühjahr 2021 wird der erste der jährlichen Anträge auf Bewilligung von Mitteln gestellt und ab etwa Sommer 2021 die ersten Aktivitäten durchgeführt werden können.

Die durchgeführten Aktivitäten wie auch die Umsetzung des Gesamtplans und die Einhaltung der Qualitätsstandards werden durch verschiedene Monitoringaktivitäten von JUGEND für Europa begleitet.

Wann und wie können erstmals konkret Fördermittel nach erfolgreicher Akkreditierung beantragt werden?

Die Möglichkeit einer Mittelbeantragung wird erst im Nachfolgeprogramm zu Erasmus+ zur Verfügung stehen. Von der Kommission geplant ist ein Programmstart zum Beginn 2021 und ein erster Termin zur Mittelbeantragung im Akkreditierungsverfahren im Frühjahr. Die Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen und zum Programmbeschluss dauern allerdings noch an, so dass Verzögerungen beim Programmstart nicht ganz auszuschließen sind.

Das Verfahren zur Mittelbeantragung soll gegenüber dem Einzelantragsverfahren deutlich vereinfacht sein und im Wesentlichen auf zentrale Kennzahlen zu Teilnehmertagen in den verschiedenen Formaten sowie zur Umsetzung von Prioritäten reduziert werden. 

Als Laufzeiten sind für das erste Jahr 12 Monate im Gespräch, für die Folgejahre wird erwogen, die Träger selbst eine Laufzeit von 12, 18 oder 24 Monaten wählen zu lassen.

Die Höhe der Bewilligung wird hauptsächlich von den insgesamt zur Verfügung stehenden Mitteln abhängen. Daneben wird eine Reihe noch genauer zu definierender Kriterien bei der Vergabe angelegt; die Bewertung der bisherigen Umsetzung und die Umsetzung der jährlichen Prioritäten werden dabei eine zentrale Rolle spielen.

Was geschieht, wenn mein Antrag auf Akkreditierung nicht bewilligt wird?

Der Antrag auf Akkreditierung kann unter Berücksichtigung des erhaltenen Feedbacks aus dem Bewertungsprozess überarbeitet und anschließend neu eingereicht werden. Es empfiehlt sich hierbei, rechtzeitig Kontakt mit den zuständigen Ansprechpersonen bei JUGEND für Europa aufzunehmen, um die Chancen und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Neubeantragung auszuloten.

Träger, deren Akkreditierungsanträge abgelehnt wurden, können jederzeit Anträge im Einzelantragsverfahren einreichen. Die Bewertung aus dem Akkreditierungsverfahren spielt hierbei keine Rolle, da die Bewertungskriterien und das Verfahren andere sind.