Neue Förderformate

Die drei bekannten Leitaktionen in Erasmus+ bleiben bestehen. Als Förderformate erhalten bleiben die "Jugendbegegnungen" und die "Mobilitätsmaßnahmen für Fachkräfte" in der Leitaktion 1 sowie die "Strategischen Partnerschaften" in der Leitaktion 2.

Dazu werden folgende neue Aktivitätstypen eingeführt.

Leitaktion 1

Jugendpartizipationsprojekte

Mit diesem neuen Format werden nationale und transnationale Projekte mit europäischer Dimension gefördert.

Die Projekte werden "von jungen Menschen für junge Menschen“ umgesetzt und durchgeführt. Sie können von informellen Gruppen junger Menschen (mindestens vier junge Menschen, wobei eine Person 18 Jahre oder älter sein muss) oder von Jugendorganisationen beantragt werden. Sind letztere die Antragsteller, muss das Projekt von jungen Menschen umgesetzt werden.

Jugendpartizipationsprojekte können eine Vielzahl möglicher Formen und ihrer Kombinationen umfassen. Möglich sind:

  • Seminare,
  • Arbeitstreffen,
  • Konferenzen,
  • Kampagnen,
  • Simulationen,
  • Konsultationen und mehr

Auch digitale Elemente können einbezogen werden. Die voraussichtliche Dauer von Jugendpartizipationsprojekten wird zwischen drei und 24 Monaten liegen. Junge Menschen zwischen 13 und 30 Jahren können sich an ihnen beteiligen.

Vorgesehen ist eine Förderung nach dem Baukastenprinzip. Die Förderung wird sich dann zusammensetzen können aus unterschiedlichen Posten wie: Projektmanagement, Coaching, Inclusion, Veranstaltungskosten, Reise- und organisatorische Kosten oder außergewöhnliche Kosten.

Mit den Jugendpartizipationsprojekten werden folgende Ziele verfolgt:

  • Stärkung der Partizipation junger Menschen an der Zivilgesellschaft und dem demokratischen Leben
  • Stärkung des europäischen Bewusstseins, Beitrag zum Integrationsprozess und der Umsetzung der Europäischen Jugendziele
  • Entwicklung digitaler Kompetenzen und Medienkompetenz
  • Dialog mit Entscheidungsträgern auf allen Ebenen und Beitrag zum EU-Jugenddialog

Neben den bisherigen "Projekten des EU-Jugenddialogs" aus der Leitaktion 3 werden auch die "Transnationalen Jugendinitiativen" aus der Leitaktion 2 in dieses Format integriert.

Discover EU

Wie "Discover EU" in die neue Programmgeneration von Erasmus+ JUGEND IN AKTION integriert wird, ist derzeit noch nicht abschließend diskutiert.

Leitaktion 2

Small-scale Partnerships

Als neues Format werden in der Leitaktion 2 die Small-scale Partnerships eingeführt.

Sie sollen als Einstiegsformat dienen und richten sich an Graswurzelorganisationen sowie an Einrichtungen, die über keine bis wenig Vorerfahrung mit der europäischen Kooperationsarbeit haben. Small-scale Partnerships sollen den Organisationen bei deren Qualitätsentwicklung und dem Kapazitätsaufbau helfen. Dadurch soll ein neuer Zugang zum Programm angeboten werden.

Durch die mögliche Kombination von transnationalen und nationalen Aktivitäten (diese mit europäischer Dimension) soll eine aktive europäische Bürgerschaft ermöglicht und eine größere europäische Dimension auf die lokale Ebene gebracht werden. Die Möglichkeit der Einbeziehung nationaler Aktivitäten soll zudem die Einbeziehung von Personen mit geringeren Chancen in die Aktivitäten des Projekts erleichtern.

Small Scale Partnerships werden voraussichtlich eine Projektdauer von sechs Monaten bis zwei Jahren haben können. Das Konsortium muss mindestens zwei Organisationen aus zwei Erasmus+ Programmländern umfassen. Einrichtungen aus Partnerländer sind als Partner in diesem Format bislang nicht mehr vorgesehen.

Vorgesehen ist eine Förderung nach Pauschalen pro Projekt. Voraussichtlich wird es zwei Antragstermine pro Jahr geben.