Fragen und Antworten zum Akkreditierungsverfahren

Wie können Träger im Jugendbereich ab 2021 an der Leitaktion 1 des EU-Programms Erasmus+ JUGEND IN AKTION teilnehmen?

Es gibt drei alternative Möglichkeiten, an Projekten der Leitaktion 1 teilzunehmen.

  1. Das neue Standardverfahren für die Beantragung in Leitaktion 1 ist die Beantragung einer Akkreditierung für Ihre Organisation. Damit erwerben Sie einen vereinfachten Zugang zu Mitteln der Leitaktion 1 für die gesamte Programmlaufzeit von 2021 bis 2027. Voraussetzung ist, dass Sie eine langfristige Strategie zur Nutzung des Programms entwickeln, den Qualitätsansprüchen des Programms entsprechen sowie gut und möglichst breit in der Jugendarbeit verankert sind. Das Verfahren eignet sich grundsätzlich für alle Träger und Einrichtungen, die im Lauf der Programmlaufzeit mehr als ein einzelnes Projekt durchführen wollen. 
  2. Sie können Einzelanträge für jeden der möglichen Aktivitätstypen (Jugendbegegnungen, Fachkräftemobilität und Jugendpartizipationsprojekte) stellen. Dies empfiehlt sich vor allem für Träger, die noch keine oder nur wenig Erfahrungen im Programm gemacht haben oder die nur ab und an ein einzelnes Projekt durchführen. Akkreditierte Organisationen können hier keine Anträge stellen.
  3. Sie beteiligen sich als Partner an Projekten, die von akkreditierten Organisationen oder Einzelantragstellern beantragt werden. Sie benötigen dafür selbst keine Akkreditierung und müssen keinen Antrag stellen, sich aber im Registrierungsportal für Organisationen anmelden, da der antragstellende Partner Ihre Registrierungsnummer für seinen Antrag benötigt.

Wer kann sich akkreditieren lassen?

Nur Organisationen dürfen einen Antrag stellen. Informelle Gruppen Jugendlicher sind im Akkreditierungsverfahren nicht zugelassen; ihnen steht im Jugendbereich weiterhin das Einzelantragsverfahren offen.

Vorerfahrungen aus den Vorläuferprogrammen sind keine Voraussetzung für eine Akkreditierung!

Gilt die Akkreditierung auch für andere Bereiche von Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps?

Leider nein. Die formalen Bildungsbereiche von Erasmus+ haben eine eigenes Akkreditierungsverfahren, dessen andere und teils deutlich weitergehende Anforderungen an die jeweiligen Besonderheiten von Schule, Berufsbildung, Hochschule und Erwachsenenbildung angepasst sind. Eine gegenseitige Anerkennung der Akkreditierungen ist deswegen nicht möglich.

Das Gleiche gilt für das Europäische Solidaritätskorps, das mit eigener Ausrichtung, eigenen Regeln und spezifischen Qualitätsanforderungen ebenfalls einen eigenen Charakter und ein eigenes Anerkennungssystem (Quality Label) aufweist.

Wer in verschiedenen Bereichen von Erasmus+ und / oder im Europäischen Solidaritätskorps unterwegs ist, muss also ggf. mehrfach ein Anerkennungsverfahren durchlaufen. In jedem Fall ist dieses Verfahren mit der anschließenden vereinfachten Beantragung von Mitteln aber eine deutliche Vereinfachung gegenüber der regelmäßigen Einreichung von Einzelanträgen.

Was macht den Antrag auf Akkreditierung aus?

Im Zentrum der Akkreditierung steht ein mehrjähriger strategischer Entwicklungsplan, in dem die Träger ihre Entwicklungsziele hinsichtlich der Ziele und Prioritäten des Erasmus+ Programms formulieren. Er umfasst folgende Teile:

  • Ihre Bedarfe und Ziele, die erwartete Wirkung sowie Ihr Beitrag zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie (externer Link), der Europäischen Jugendziele (PDF-Dokument, 710 kb) und der grundlegenden Prinzipien des Programms (Inklusion und Diversität, Nachhaltigkeit, aktive Teilnahme im Netzwerk der Erasmus+ Einrichtungen, digitale Elemente)
  • Ihre geplanten Aktivitäten (Angaben sind nicht verbindlich, sollten aber realistisch sein) und deren Zusammenhang mit Ihren regulären Aktivitäten im Jugendbereich
  • Angaben zum Management der Organisation, Ihrer Partnerschaften und Projekte
  • Angaben zum Umgang mit Teilnehmenden
  • eine Selbstverpflichtung zur Einhaltung der Erasmus Qualitätsstandards

Dieser Plan kann nach Ablauf einiger Jahre bei Bedarf aktualisiert werden.

Wie ist der Zeitplan für Akkreditierungen?

Seit Sommer 2020 können Anträge auf Akkreditierungen im Jugendbereich laufend eingereicht werden, feste Fristen gibt es nicht. Der erste Aufruf ist zwar bis 31.12.2021 befristet, doch wird danach jährlich ein neuer Aufruf ergehen, so dass bis zum Ende der Programmlaufzeit weiterhin Anträge eingereicht werden können. Ein Wechsel aus dem Einzelantragsverfahren bzw. ein Neueinstieg in das Akkreditierungsverfahren wird also weiterhin jederzeit möglich sein.

Voraussichtlich im Frühjahr 2021 wird der erste der jährlichen Anträge auf Bewilligung von Mitteln gestellt und ab etwa Sommer 2021 die ersten Aktivitäten durchgeführt werden können.

Die durchgeführten Aktivitäten wie auch die Umsetzung des Gesamtplans und die Einhaltung der Qualitätsstandards werden durch verschiedene Monitoring-Aktivitäten von JUGEND für Europa begleitet.

Die durchgeführten Aktivitäten wie auch die Umsetzung des Gesamtplans und die Einhaltung der Qualitätsstandards werden durch verschiedene Monitoring-Aktivitäten von JUGEND für Europa begleitet.

Was geschieht, wenn mein Antrag auf Akkreditierung nicht bewilligt wird?

Der Antrag auf Akkreditierung kann unter Berücksichtigung des erhaltenen Feedbacks aus dem Bewertungsprozess überarbeitet und anschließend neu eingereicht werden. Es empfiehlt sich hierbei, rechtzeitig Kontakt mit den zuständigen Ansprechpersonen bei JUGEND für Europa aufzunehmen, um die Chancen und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Neubeantragung auszuloten.

Träger, deren Akkreditierungsanträge abgelehnt wurden, können jederzeit Anträge im Einzelantragsverfahren einreichen. Die Bewertung aus dem Akkreditierungsverfahren spielt hierbei keine direkte Rolle, da die Bewertungskriterien und das Verfahren andere sind.