Erasmus+ 2021-2027

Das derzeitige EU-Programm Erasmus+ endet 2020. Klar ist: Die Erfolgsgeschichte wird fortgeführt.

Die Diskussion darüber, wie das Nachfolgeprogramm ausgestaltet wird, begann im Mai 2018: Zu diesem Zeitpunkt legte die EU-Kommission ihre Vorschläge für das Nachfolgeprogramm von Erasmus+ vor (gleichzeitig mit ihren Vorschlägen für die Fortführung des Europäischen Solidaritätskorps).

Mit der nächsten Programmgeneration von Erasmus+ will die EU ab 2021 jungen Menschen ein entscheidendes Mehr an Teilhabe, Lernmobilität und engagiertem Handeln ermöglichen, und zwar durch ein wesentlich gestärktes, inklusives und erweitertes Programmgerüst.

Neue Formate, vereinfachte Antragstellung, mehr Inklusion und Nachhaltigkeit

Schritt für Schritt zeichnet sich ab, wie das neue Programm aussehen wird und welche Möglichkeiten, sich für Organisationen und für junge Menschen ergeben werden.

Die drei bekannten Leitaktionen in Erasmus+ bleiben bestehen. Es werden aber neue Aktivitätstypen eingeführt.

So wird es in der Leitaktion 1 das Format der "Jugendpartizipationsprojekte" geben (neben den altbekannten Jugendbegegnungen und Fachkräftemaßnahmen). Mit diesem Format will die EU-Kommission das zivilgesellschaftliche Engagement junger Menschen fördern. Die Projekte des EU-Jugenddialogs werden ab 2021 dann nicht mehr in der Leitaktion 3, sondern unter den neuen Jugendpartizipationsprojekten verortet sein.

Ebenfalls in der Leitaktion 1 wird ein neues Akkreditierungsverfahren für Organisationen eingeführt. Erfahrene Träger und Einrichtungen, die mehrere Projekte pro Jahr durchführen möchten, erhalten einen vereinfachten und flexiblen Zugang zur Förderung, der aus einer einmaligen Akkreditierung für die gesamte Programmlaufzeit und anschließenden jährlichen Mittelabrufen besteht.

In Leitaktion 2 wird es neben den Kooperationspartnerschaften, die stark an die bisherigen Strategischen Partnerschaften anknüpfen, neue sogenannte "Small Scale Partnerships" geben. Diese sollen mit verringerten Anforderungen und kürzerer Dauer auch unerfahrenen, lokalen und Graswurzelorganisationen einen Zugang zum Programm bieten.

Und: Erasmus+ wird inklusiver und nachhaltiger. Dies wird sich sowohl in den inhaltlichen Prioritäten als auch in der Förderpraxis niederschlagen (z.B. in einer verstärkten Förderung klimaschonender Reiseformen oder der Umsetzung einer umfassenden Inklusions- und Diversitätsstrategie).

Weitere inhaltliche Schwerpunkte in der Programmumsetzung werden die Themen "Digitalisierung" und "Beteiligung am demokratischen Leben" sein.

Der verbleibende Weg zum Programm

Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen für einen Start also bereits auf Hochtouren. Allerdings ist (angesichts der Corona-Pandemie und des bevorstehenden Brexit) bislang noch keine Einigung der Mitgliedstaaten über den zukünftigen Mehrjährigen Finanzrahmen der EU erreicht worden. Erst nach einer Einigung darüber können die Programme wie Erasmus+ mit einer entsprechenden finanziellen Ausstattung verabschiedet werden.

Es liegt somit in der Hand der Deutschen EU-Ratspräsidentschaft bis Ende 2020 unter komplizierten Voraussetzungen vor allem den Mehrjährigen Finanzrahmen auf den Weg zu bringen - und damit auch die EU-Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps.

Wir werden Sie fortlaufend über die Entwicklungen informieren.