Inklusion und Diversität

An einem Projekt aus Erasmus+ JUGEND IN AKTION teilzunehmen, weitet den Blick. Eine Teilnahme fördert interkulturelle Verständigung, Fremdsprachenkompetenz, Eigeninitiative, Teamfähigkeit und noch einiges mehr.

Durch das Programm lernen junge Menschen, sich in "Europa" zurechtfinden. Sie sollen ihre Chancen in Europa nutzen können, um wertvolle Erfahrungen für ihren weiteren Lebensweg zu gewinnen.

Erasmus+ JUGEND IN AKTION steht dabei allen jungen Menschen offen.

Lernmobilität aller jungen Menschen fördern

Quelle: Sektorspezifischer Evaluationsbericht für JUGEND IN AKTION im Erasmus+ Programm

Erasmus+ JUGEND IN AKTION fördert ein breites Spektrum an Formaten der Lernmobilität junger Menschen. Im Kern geht es vor allem um Lernerfahrungen in nicht formalen und informellen Settings (wie in Jugendbegegnungen), aber auch um innovative Veränderungen von Lernstrukturen (z.B. im Rahmen von Strategischen Partnerschaften).

Erasmus+ JUGEND IN AKTION will alle jungen Menschen erreichen. Einen besonderen Schwerpunkt legt das Programm dabei auf die Ansprache von jungen Menschen mit geringeren Chancen. Ihnen sollen durch geeignete Instrumente, Möglichkeiten zu grenzüberschreitender Mobilität eröffnet werden.

Chancengleichheit steht daher als zu förderndes Prinzip über allen Lernformaten. Die Definition von bestimmten Zielgruppen soll dabei aber nicht als eine Art von positiver Diskriminierung verstanden werden.

Vielmehr sollte es in Projekten darum gehen, die Vielfalt der jungen Menschen in den Blick zu nehmen: Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Beeinträchtigungen und Behinderungen, Machtstrukturen und strukturelle Benachteiligungen. Solche Unterschiede zu benennen und wahrzunehmen; sie aber nicht zu problematisieren, sondern offen mit ihnen umzugehen: Das zeichnet diversitätsbewusste Bildung junger Menschen aus.

Im Austausch über Unterschiede wird Gemeinsamkeit hergestellt. So werden Gleichberechtigung, Solidarität und Vielfalt in Projekten aus Erasmus+ JUGEND IN AKTION überall in Europa praktisch gelebt.

Inklusions- und diversitätsorientierte Nutzung der Leitaktionen

Fachkräfte kompetent machen

Inklusive und diversitätsbewusste Handlungsprinzipien im Rahmen grenzüberschreitender Lernmobilitäten junger Menschen zu entfalten, gelingt erfahrungsgemäß umso besser, je mehr Fachkräfte selbst solche Erfahrungen gemacht haben und über entsprechende Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen.

Erasmus+ JUGEND IN AKTION fördert daher insbesondere auch die Mobilität von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, denen eine Schlüsselrolle bei der Konzipierung und Durchführung von Mobilitätsmaßnahmen für die unterschiedlichen Gruppen junger Menschen zukommt.

Grenzüberschreitende Mobilitätserfahrungen regen viele Fachkräfte – neben der Erweiterung der eigenen persönlichen und fachlichen Kompetenz – erst dazu an, Mobilitätsangebote für Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu entwickeln, die ansonsten wenig oder keinen Zugang zu Mobilitätsangeboten haben.

Dies gilt insbesondere für die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe und – als avisierte Zielgruppe – die Fachkräfte der Behindertenhilfe, die als Multiplikator/-innen für grenzüberschreitende Lernmobilitäten junger Menschen zu gewinnen sind.

Ihre Teilnahme an europäischen und internationalen Angeboten der Fachkräftemobilität (Qualifizierungen) unterstützt den Austausch fachlicher Fertigkeiten, strukturell erforderlicher Rahmenbedingungen und Erfordernisse des Berufsprofils und trägt zum Gelingen einer interkulturellen Öffnung von Konzepten und Realitäten von Youth work in Europa bei.

Link: Ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei JUGEND für Europa

Jugendbegegnungen inklusiv gestalten

Jugendbegegnungen bieten jungen Menschen Gelegenheit, internationale Mobilität in einem verlässlichen pädagogischen Rahmen zu erfahren. Für junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf und Behinderungen (ebenso wie für Träger und Einrichtungen, die mit diesen Zielgruppen arbeiten), sind Jugendbegegnungen ein geeignetes erstes Format für grenzüberschreitende Lernerfahrungen.

Jugendbegegnungsprojekte lassen sich didaktisch gut gestalten und abstimmen auf Zielgruppen und die damit korrespondierenden Elemente Dauer, Inhalte und methodischer Ansatz, Ort und Raum.

Mit der Möglichkeit des "Zuschnitts" begünstigt dieses Mobilitätsformat insbesondere auch die Teilnahme junger Menschen mit geringeren Chancen. Jugendbegegnungen sind ein geeignetes Format, darin Inklusion und Diversität als Grundprinzipien bzw. Haltung umzusetzen; sie sind ein geeignetes Format, um jungen Menschen mit verschiedenen sozialen, ökonomischen und Bildungshintergründen, mit und ohne Behinderungen gemeinsam grenzüberschreitende Lernerfahrungen zu ermöglichen.

Durch gemeinsame Aktivitäten junger Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache erfahren die Teilnehmenden Diversität als etwas Positives. Sie entwickeln wichtige soziale und interkulturelle Kompetenzen. Durch niedrigschwellige Angebote und an die Gruppe der beteiligten jungen Menschen angepasste Methoden (z.B. im Bereich der künstlerisch-kulturellen Bildung) können junge Menschen auf verschiedenen Ebenen aktiviert und inspiriert werden.

Kreative Methoden der Workshops helfen ihnen, sich auszudrücken und ihre Ideen und Gedanken mitzuteilen. Durch zusätzliche Förderung kann der finanzielle Mehrbedarf für inklusive und diversitätsbewusste Projekte durch das Programm Erasmus+ JUGEND abgedeckt werden, also z.B. für weitere Begleitpersonen, bedarfsgerecht ausgestattete Zimmer, spezielle Transportkosten, Sprachmittler etc.

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Strategische Partnerschaften

Strategische Partnerschaften erlauben es, über mehrere Jahre mit Partnern aus anderen Ländern intensiv an einem Thema zu arbeiten, Peer-Learning-Prozesse durchzuführen oder zukunftsweisende Ideen und Ergebnisse zu entwickeln und zu erproben. Das kann dazu beitragen, bestehende Partnerschaften und Netzwerke im Bereich der Arbeit für junge Menschen mit geringeren Chancen zu stärken und auszubauen, die eigene Praxis weiter zu entwickeln, Angebote attraktiver zu machen und mehr Anerkennung für geleistete Arbeit zu gewinnen.

Junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf und Behinderungen sind europaweit mit komplexen, oft multiplen Problemlagen konfrontiert, für die es keine einfachen Lösungen gibt und die daher eine große Herausforderung für die Jugendhilfe, Jugendpolitik oder Behindertenhilfe darstellen. So besteht ein erhebliches Potential, Produkte und Ergebnisse zu entwickeln, die teilweise oder ganz auf die gezielte und bedarfsgerechte Förderung dieser Zielgruppen ausgerichtet sind. Der Projekttyp "Innovationsprojekte" eröffnet die Möglichkeit, auf Erfordernisse einer inklusiven und diversitätsbewussten (internationalen) Jugendarbeit mit innovativen Lösungen zu reagieren.

Zudem bieten gerade die Strategischen Partnerschaften ein großes Potential, auch systemische Wirkungen zu entfalten und somit zu einer stärkeren gesamtgesellschaftlichen Teilhabe aller jungen Menschen in ihrer Vielfalt beizutragen, d.h. nachhaltige Veränderungen in einem über die direkten Projektbeteiligten hinausreichenden Gesamtsystem zu bewirken.

Die Verankerung inklusiver und diversitätsorientierter Ansätze in größeren Einheiten wie z.B. der kommunalen oder nationalen Jugendhilfe sowie in bereichs- und sektorübergreifenden Kooperationen zwischen Praxis, Forschung, Politik und Verwaltung sowie verschiedenen Sektoren wie dem Jugend-, Bildungs- und Wirtschaftssektor bietet somit ein erhebliches Potential für weitreichende Wirkungen.

Link: Ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei JUGEND für Europa